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Tag 17

Schweiz

Freitag, 1. Juni 2018

Albaner in der Schweiz

Sharif kam als Einwanderer 1988 in die Schweiz. Wie Tausende junger albanischer Männer, die in den 80er Jahren nach Europa drängten, träumte er von einem besseren Leben. Viele  ohen damals wie er aus dem Kosovo in die Schweiz.

Heute arbeitet Sharif in einem unbefriedigenden Job in einer großen Fabrik. Er träumt davon, eines Tage zurückzugehen, ein Geschäft zu eröffnen oder einfach „wieder daheim zu sein“. Er ist in den vergangenen Jahren oft in seinem Dorf gewesen, er hat sich dort ein Haus gebaut und viele Verwandte unterstützt. Seine Frau und er bleiben aber lieber in der Schweiz, damit ihre Söhne eine gute Ausbildung erhalten und ein besseres Leben aufbauen können. Während ihre eigenen Eltern immer älter werden und sie sich von ihren Geschwistern entfremden, besuchen sie die Heimat immer seltener. Ihr Traum vom Zurückgehen verblasst zunehmend.

In der Schweiz leben ca. 300.000 Albaner, die ursprünglich aus dem Kosovo und Mazedonien stammen. Sie bilden eine enge Gemeinschaft. In den ca. 60 - 70 albanischen Moscheen wird ein moderater, sunnitischer Islam gelehrt und gelebt. Im täglichen Leben spielt der Islam bei den meisten Albanern aber eher eine unbedeutende Rolle.

So angepasst die Albaner auch scheinen - die Familienstruktur bleibt traditionell und die soziale Kontrolle innerhalb der Verwandtschaft ist nach wie vor vorhanden. Kinder und Jugendliche erleben zuhause und im schulischen Umfeld zwei unterschiedliche Kulturen. Die Frage, wer sie sind und wohin sie eigentlich gehören, ist für viele nicht einfach zu beantworten.

Wir beten

                    • Dass Gott die Oberflächlichkeit mancher albanischer Traditionen durchdringt und Menschen auf ihn aufmerksam werden.
                    • Dass Schweizer tiefe Freundschaften mit Albanern aufbauen und mit ihnen über ihren Glauben sprechen können.
                    • Durch Migration werden ethnische Gruppen in Europa zunehmend vermischt. Wir beten, dass Gott daraus Gutes entstehen lässt.