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Gebetskalender 2012

Tag 14

Ein Zeugnis der Gnade Gottes

Donnerstag, 2. August 2012

Bulgarische Türken in Deutschland

Nach dem türkischsprachigen Gottesdienst sitzen Kemal und sein Arbeitskollege mit anderen aus der Gemeinde bei einer Tasse Kaffee mitten in Frankfurt zusammen. Sie sind Bulgaren, sprechen aber Türkisch. Beide sind aufgebracht. Sie fühlen sich von ihrem Arbeitgeber betrogen. Dieser zahlt ihre Gehälter seit Wochen nicht aus. Sie können kein Geld an ihre Frauen und Kinder nach Bulgarien schicken. Der sonst so ruhige Kemal hat seinem Chef gedroht. Dies tut ihm jetzt leid. Er hat doch den Islam verlassen und folgt Jesus nach. Einer in der Runde erwähnt Psalm 50,15: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“ Er fordert die beiden heraus, zu beten und dann auch Gott für das zu loben, was er in dieser schwierigen Lage tun wird. Gleich am darauf folgenden Montag telefoniert Kemal mit den anderen und kann es kaum aussprechen: „Gott brachte meinen türkischen Arbeitgeber dazu, mich anzurufen. Heute hat er uns ausbezahlt! Diesen Menschen konnte nur Gott bewegen. Und er hat’s gemacht!“

So und ähnlich geht es vielen Türken, die einen bulgarischen Pass haben und in Deutschland arbeiten. In Bulgarien gibt es mehrere türkischsprachige Volks-gruppen. Zu den größten gehören die Osmanischen Türken. Sie sind Nachfahren der ab dem 14. Jh. angesiedelten Bauern aus Anatolien – mit ca. 750.000 Einwohner, etwa 10 % der Bevölkerung. Die Millet-Türken sind Nachfahren der Roma, die ab dem 15. Jh. den Islam und die türkische Sprache annahmen - ca. 400.000 Einwohner, was 5 % der Bevölkerung entspricht. Die bulgarische Mehrheitsbevölkerung tut sich schwer, diese beiden Volksgruppen zu akzeptieren. Die typischen Reaktionen reichen von Furcht über Diskriminierung bis hin zu offenem Hass.

Unter den Millet-Türken fand in den 90er Jahren eine Hinwendung zum Evangelium statt, durch die etwa 10.000 Muslime zu Jesus fanden. Das sind wesentlich mehr als in der Türkei. Leider ist deren Zahl jetzt stark zurückgegangen. Doch gibt es unter ihnen immer noch viele reife Christen und ein großes geistliches Potential unter den Jugendlichen.

Seit 2007 ist Bulgarien Mitglied der Europäischen Union. Es gilt als Armenhaus Europas. Deshalb kommen viele der türkischsprechenden bulgarischen Christen zum Arbeiten nach Deutschland. Sie finden meist nur bei Türken aus der Türkei
Anstellung. Häufig erleben sie Ungerechtigkeit und werden ausgenutzt. Sie arbeiten für sehr wenig Geld, leben in überfüllten Quartieren und sind durch mangelnde Deutschkenntnisse isoliert.

Bei den türkisch-christlichen Gemeinden in Bulgarien ist die Besorgnis groß, weil auch viele Älteste das Land verlassen, um in Europa zu arbeiten. Diese Christen unterstützen zwar die türkischsprachigen Gemeinden in diesen Ländern, doch
in ihrer Heimat lassen sie eine große Lücke zurück. Dieser Trend wird sich vermutlich noch verschärfen, wenn Anfang 2014 die Beschränkung für Bulgaren auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland, Österreich und England wegfällt.

WIR BETEN:

  • Für die neu gegründeten türkischsprachigen Gemeinden in Hamburg, Bremen, Frankfurt und Duisburg.
  • Dass sich türkische Muslime von bulgarischen Türken zu Jesus einladen lassen.
  • Für die türkischen Gemeinden in Bulgarien, dass die Jugendlichen Verantwortung übernehmen und sich für Gottes Sache einsetzen. Viele engagieren sich schon im Gebet und pflegen Kontakte zu anderen Gemeinden.
  • Für die Missionare und Gemeindeleiter in Bulgarien, dass sie den Mut nicht verlieren.