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Gebetskalender 2012

Tag 7
Donnerstag, 26. Juli 2012

Unverheiratete Mütter in Marokko

Nicht nur im Westen, auch in Marokko haben viele Menschen Probleme in den Bereichen Sexualität und Ehe. Doch Marokkos „kleine Dienstmädchen“ sind in einer besonders schwierigen Situation.

Die meisten unverheirateten Mütter in Marokko sind arme und ungebildete Frauen vom Land, die von ihren armen Eltern als Dienstmädchen an reichere Marokkaner abgegeben wurden. Manche müssen schon im Alter von sieben Jahren praktisch als Sklavinnen zahllose Stunden kochen und putzen. Das bisschen Geld, das sie verdienen, bekommen ihre Väter. Nach Jahren der Erniedrigung sind viele dieser Mädchen bereit, sich mit jedem Mann einzulassen, der nett zu ihnen ist und ihnen die Ehe verspricht. Ungezählte von ihnen werden auch vergewaltigt, da sie dem Hausherrn ja „gehören“. Die, die schwanger werden, landen oft auf der Straße – oder es ergeht ihnen noch schlimmer. Etwa der Hälfte der unverheirateten Mütter wurde von dem Vater des Kindes vorher die Ehe versprochen. Andere werden ungewollt schwanger durch Prostitution (14 %) sowie Vergewaltigung und Inzest (7 %).

Eine Frau soll als Jungfrau in die Ehe gehen, sonst bringt sie große Schande über ihre Familie. Weil sexuelle Beziehungen außerhalb der Ehe kulturell absolut tabu sind, werden unverheiratete Mütter durch ihre eigenen Familien geächtet, misshandelt und sogar mit dem Tode bedroht. So genannte „Ehrenmorde“ sind in Marokko illegal und selten, aber dennoch kommen sie vor, meist in ländlichen Gebieten.

Es ist sehr ungewöhnlich, dass junge Frauen allein leben, und es ist äußerst schwer für sie, eine Arbeit zu finden, um sich und ein Baby durchzubringen. Manche verdienen ihren Lebensunterhalt mit Prostitution. Etwa 40 % der ledigen Mütter lassen ihre Babys irgendwo zurück, manchmal auch im Müll, um der sozialen Ächtung zu entgehen. Eine Frau sagte allerdings: „Wenn ich mein Kind verlassen sollte, wäre ich wie ein Zombie – äußerlich am Leben, aber innerlich tot.“

Eine unverheiratete Mutter kann wegen Hurerei mit bis zu sechs Monaten Gefängnis bestraft werden, auch wenn die Strafe oft nicht vollstreckt wird. Deshalb laufen manche Mütter aus Furcht vor gerichtlicher Verfolgung gleich nach der Geburt ohne medizinische Nachsorge vom Krankenhaus weg.

Einige Nachfolger Jesu in Marokko kümmern sich um unverheiratete Mütter und helfen ihnen, dass sie ihre Babys behalten können und eine Arbeit finden.

WIR BETEN:

  • Für ein neues Verständnis von Vaterschaft im ganzen Land: Dass Väter anfangen, ihre Töchter mehr zu schätzen als die Ehre der Familie.
  • Für die, die mit unverheirateten Müttern arbeiten: Um Mut, den Anklagen und dem Unverständnis der Gesellschaft begegnen zu können.
  • Für die Mütter: Dass sie den Gott der Liebe kennenlernen, der ihnen vergibt, für sie sorgt und ihr „Vater der Waisen und Anwalt der Witwen“ sein will (Ps. 68,5).