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Gebetskalender 2013

Tag 10

Europa

Freitag, 19. Juli 2013

Kurden in der Schweiz

Nach dem Ersten Weltkrieg teilten die Siegermächte in Lausanne die Welt neu auf. Für die Kurden als Volk hatten sie keinen Blick und zerstückelten deren Land. Seitdem sind sie weltweit das größte Volk, das keinen eigenen Staat besitzt. Ihre Zahl wird auf etwa 50 Millionen geschätzt. Verteilt auf die Türkei, Syrien, Irak und den Iran leben sie überall das schwierige Leben einer Minderheit.

Die Regierungen dieser Länder unterdrücken die kurdische Identität und Sprache. Viel Ungerechtigkeit und Not sind die Folge. Zurzeit existiert zwar ein kleiner autonomer Kurdenstaat mit erstaunlichen Freiheiten im Nordirak, der aber nur mit amerikanischem Schutz überleben kann. Viele Kurden sind sich bewusst, dass sie mit dem Schwert zum Islam bekehrt wurden. Sie bezeichnen sich zwar als Muslime, doch meist weniger aus Überzeugung als zum eigenen Schutz. Kurden haben gelernt, nicht alles zu offenbaren, was sie denken. Viele sind misstrauisch und unberechenbar geworden. Da Schulen in kurdischer Sprache verboten wurden, gibt es viel Analphabetismus.

In der Schweiz leben ein paar Tausend Kurden. Es sind fast ausschließlich Männer. Die meisten flüchteten vor Jahrzehnten als politische Kämpfer aus ihrer Heimat und haben sich etabliert. So gehören viele der sogenannten «türkischen» Läden und Dönerbuden in Wirklichkeit Kurden. Viele von ihnen sprechen allerdings inzwischen nur noch türkisch, sind sich aber ihrer kurdischen Identität sehr wohl bewusst. Kurden sind offener für die christliche Botschaft als andere islamische Völker. Es ist ermutigend, dass es mehrere kleine christliche Gruppen in der Schweiz gibt (siehe www.agik.ch). Viele interessierte Kurden haben jedoch Vorbehalte, sich einer Gruppe anzuschließen, die regelmäßig die Bibel studiert. Es ist zwar einfach, mit Kurden über religiöse Fragen ins Gespräch zu kommen. Sie zeigen Respekt und nehmen dankbar Hilfe an. Doch oft fehlt ein tiefer geistlicher Hunger.  Ein großes Hindernis für den Gemeindebau ist die mangelnde Konfliktfähigkeit. Es geschieht nicht selten, dass jemand von einem Tag auf den anderen verschwindet und die Telefonnummer wechselt. Man vernimmt höchstens auf Umwegen warum.

WIR BETEN:

  • Um echten geistlichen Hunger der Kurden.
  • Dass im Exil Führungspersönlich­keiten heranwachsen, die Jesus begegnen und ihm nachfolgen.
  • Dass Musiker zum Glauben an Jesus finden, die Lieder über den christlichen Glauben komponieren können. Bei jedem kurdischen Fest spielen politische Gesänge mit Volkstanz eine zentrale Rolle. In der Musik liegt die Seele dieses Volkes.