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Gebetskalender 2017

Tag 4

Allgemeine Anliegen

Dienstag, 30. Mai 2017

Von Scham und Ehre geprägte Kulturen

Eine junge Frau berichtet: «Als Kind in einer muslimischen Gemeinschaft lernte ich schon früh, mich so zu benehmen, dass die Frauen in unserem Dorf nicht über mich klatschten. Einmal bekam ich mit, wie sie über eine Bekannte sprachen. Diese hatte zur Universität gehen dürfen, ließ sich dann aber ihre Haare schneiden und heiratete ohne das Wissen ihrer Eltern. Die Frauen waren so entrüstet über dieses Verhalten, dass ich dachte, sie hätte einen Nicht-Muslim geheiratet. Tatsächlich war ihr Mann aber arabischer Muslim mit Abschluss in Jura. Ich war verwirrt durch diesen Tratsch und die Scham, welche aus Sicht der Frauen dadurch über jene Familie gekommen war.» 

Durch das Konzept von «Scham» und «Ehre» wird im muslimischen Umfeld das Verhalten von Kindern und Erwachsenen kontrolliert. Die Leiter der Stammes- oder religiösen Gemeinschaft bestimmen dessen Anwendung und setzen so die Menschen unter Druck, sich «nach der Norm» zu verhalten. «Scham» und «Ehre» sind auch in westlichen Ländern durch «Ehrenmorde» und ähnliche Vergehen zu bekannten Begriffen geworden. Im Westen wird das Zusammenleben in vielen Bereichen durch staatliche Gesetze geregelt. Diese bieten den Menschen einen Lebensrahmen. Wird er verletzt, laden sie Schuld auf sich. Dies soll die Gemeinschaft schützen – und prägt unsere «Schuldkultur».
Jesu Botschaft ist, dass Gott uns alle in seine Gegenwart holen will – egal ob aus einer Scham- oder einer Schuldkultur. Das ist die Gute Nachricht für alle!

Wir beten

  • Dass Gott uns Einblick in die Konzepte von «Scham» und «Ehre» schenkt und zeigt, wie wir darüber mit muslimischen Freunden reden können (z. B. über 1. Petr. 2,6).
  • Dass Menschen deutlich wird, dass Gott unsere Schuld und damit auch die Scham am Kreuz getragen hat (vgl. 1. Sam. 2,8).
  • Für die Opfer von Verbrechen, die auf dem Konzept von Ehre basieren und für diejenigen, die sich dafür einsetzen, dass dies aufhört.