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Muslime verstehen - auf Muslime zugehen

Muslime leben seit fast 45 Jahren in Deutschland, und die meisten der rund 3,2 Millionen Muslime möchten nicht in ihr Heimatland zurückkehren. Die Frage für Christen in Deutschland kann deshalb nicht mehr lauten, ob sie sich mit dem Islam und den Muslimen hierzulande beschäftigen möchten, sondern nur noch, wie das geschehen kann. Viele Muslime sind einsam, fühlen sich aufgrund der sprachlichen und kulturellen Barrieren isoliert und unverstanden, benachteiligt, ausgegrenzt und sehnen sich nach der menschlichen Wärme, wie sie die stark familiär ausgerichtete Gesellschaft ihres Heimatlandes normalerweise vermittelt. Es ist unsere Aufgabe als Christen, diesen Menschen zu begegnen. Ist es nicht tragisch, wenn türkische Taxifahrer in Istanbul in perfektem Deutsch erzählen, dass sie zwar 20 Jahre in Deutschland gelebt, aber niemals überzeugte Christen kennen gelernt haben?

Menschliche Begegnungen sind überall wichtig, wie viel mehr für Muslime. Manch einer sehnt sich nach Freundschaft und Annahme, aber auch nach echter Gotteserfahrung, nach Gewissheit der Vergebung und Frieden im Herzen; all das kann der Islam nicht wirklich vermitteln. Als Christen sollen wir den Muslimen, die Gott in unser Land geführt hat, Zeugnis ablegen von dem lebendigen Gott, der den Menschen zu seinem Ebenbild schuf, der ihn liebt und ihm Erlösung, Befreiung, Vergebung und ewiges Leben in Jesus Christus anbietet.

Dort, wo Gott Menschen begegnet und Veränderung schenkt, steht das Gebet an erster Stelle. Dass Gott Gebet erhört und Menschen und Situationen verändert werden, ist eigentlich unfassbar. Gott übertrifft dabei oft all unsere Erwartungen. Ja, Gott tut auch heute noch Wunder, und er beruft Beter und Missionare, Menschen, die Finanzen, Zeit, Fachwissen und persönlichen Einsatz beisteuern. Gott baut sein Reich mit uns, durch uns und manchmal auch trotz uns, weil es sein Herzenswunsch ist, dass noch viele Muslime gerettet werden.

Beten für die islamische Welt ist jedermann möglich, denn der Weg zum Vater steht allen gleichermaßen offen. Gebet ist aber nicht die einzige Möglichkeit, die es gibt. Wenn Sie Gott bitten, Ihnen die richtigen Schritte zu zeigen, können Sie außerdem noch folgendes tun:

  • Beten Sie ohne Unterlass! (1. Thess. 5,17)
  • Helfen Sie: Vielleicht gibt es in der Nachbarschaft dazu die Möglichkeit. Gerade praktische Hilfe ist ein sehr gutes Zeugnis.
  • Informieren Sie sich über den Islam oder ein bestimmtes Land, aus dem Ihr Nachbar oder Arbeitskollege kommt.
  • Öffnen Sie Ihr Heim, sprechen Sie eine Einladung aus: Gastfreundschaft ist eine Tugend in der islamischen Welt - viele Muslime sind regelrecht gerührt, wenn sie von ihrem deutschen Bekannten oder Freund ihre oft erste Einladung erhalten.
  • Erkundigen Sie sich nach Möglichkeiten, in einem Asylbewerberheim eine Kinderstunde durchzuführen.
  • Besuchen Sie ein Gefängnis und bieten Sie muslimischen Gefangenen einen christlichen Abreißkalender in ihrer Sprache an (Bestelladresse z. B.: Orientdienst e.V., Postfach 4546, D-65035 Wiesbaden).
  • Bieten Sie an einem Stand in der Fußgängerzone Ihrer Stadt Bibeln, Bibelteile und Kassetten in verschiedenen Sprachen an oder verteilen Sie türkische Neue Testamente an türkische Haushalte Ihrer Stadt (Informationen über diese Aktion beim Orientdienst, Adresse siehe oben).
  • Bereisen Sie ein islamisches Land und lernen Sie die Menschen, das Land und die Mentalität der Menschen besser kennen
  • Nutzen Sie Ihren Urlaub für einen Kurzzeiteinsatz in der islamischen Welt (Adressen siehe unter „...und wie geht es weiter?“).
  • Nutzen Sie Kontakte, die Ihre Schulkinder vielleicht zu islamischen Familien haben, bieten Sie Hausaufgabenhilfe an.
  • Veranstalten Sie in Ihrer Gemeinde einen evangelistischen Abend für Türken, Araber, Iraner etc. mit der Vorführung des Jesus-Videos (Ausleihadressen siehe unter „...und wie geht es weiter?“).
  • Laden Sie einen Referenten in Ihre Gemeinde/Hauskreis/Gruppe ein, der Sie an das Thema Islam heranführt (Eine Referentenliste erhalten Sie bei der Deutschen Evangelischen Allianz).
  • Haben Sie guten Kontakt zu interessierten Muslimen bekommen, schlagen sie ihm ein gemeinsames Bibelstudium vor, vielleicht eines Teils des Alten Testaments oder eines Evangeliums. (Frauen sollten stets Kontakte zu Frauen knüpfen, Männer zu Männern).
  • Unterstützen Sie einen Mitarbeiter in der Islamischen Welt oder Europa, der in der Evangeliumsverkündigung unter Muslimen tätig ist. Bestellen Sie seinen Rundbrief und beten Sie für ihn.

Und zum Schluss: Man muss kein Islam-Experte sein, um Kontakte zu Muslimen aufzubauen und ein Zeugnis für Jesus Christus zu sein. Viel wichtiger sind Zuhören, Fragen und Austauschen in einer Haltung, die von Liebe und Respekt gekennzeichnet ist, sowie ein überzeugendes, christliches Familienleben.

Dr. Christine Schirrmacher