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Wie findet ein Muslim zu Jesus Christus?

Was wollen wir mit unseren Gebeten erreichen?

Das Hauptziel in der Evangelisation ist es, in fairer und einfühlsamer Weise Menschen davon zu überzeugen, ihr ganzes Vertrauen und ihren Glauben in Jesus Christus zu setzen. Wenn eine Person sich Christus zuwendet, dann bedeutet dies, dass diese Person seine kompletten vorherigen religiösen Glaubensinhalte aufgibt und die Forderungen Jesu Christi akzeptiert. Solch eine einschneidende Entscheidung ist nicht ein einziger Schritt, sondern ein Prozess, der sich oft über viele Jahre erstreckt.

Einzelne Schritte auf dem Weg zu einer Entscheidung

Jede Lebensgeschichte verläuft anders, und jeder Muslim der sich für Jesus entscheidet hat eine besondere Geschichte. Oft sind jedoch ähnliche Schritte zu erkennen.

  • Die meisten Muslime haben nur eine geringe Kenntnis vom christlichen Glauben und viele falsche Vorstellungen. Im Gespräch mit solchen Muslimen ist es wichtig, zunächst auf einer intellektuellen Ebene manche Einwände gegen den christlichen Glauben auszuräumen und ihnen zu zeigen, dass es nicht „unvernünftig“ ist, an Jesus zu glauben.
  • Nun öffnet sich die Person für eine tiefergehende Beziehung. Möglicherweise wird der Muslim den Koran erneut nach Aussagen über Jesus studieren. Falsche Vorstellungen über das Christentum werden überprüft und richtiggestellt.  Dies ist ein wichtiger Schritt, ohne den keine weitere geistliche Entwicklung möglich ist.
  • Die grundlegenden Wahrheiten des Evangeliums werden wahrgenommen, indem die Person beginnt, die Bibel zu lesen. Der Christ, der die Person begleitet, verdeutlicht, dass Christsein eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus beinhaltet. Es ist wichtig, dass der Muslim auch andere Christen kennen lernt und ihr Leben beobachten kann.
  • Die Tragweite der Sünde und die Notwendigkeit für einen Erlöser wird verdeutlicht. Dies kann z.B. durch eine kurze Bibelstudienreihe über 1. Mose 1-3 geschehen. Das regelmäßige Lesen der Bibel ist ein wichtiges Ziel. Der Muslim erkennt nun, dass er persönlich die Erlösung braucht. Das Hauptanliegen zu diesem Zeitpunkt ist es, dass die betreffende Person diese Wahrheit für sich persönlich anwendet. Viele Muslime, die bis hierher gegangen sind, wenden sich nun entschlossen wieder ab. Gott muss durch seinen Geist mächtig wirken, und wir dürfen dafür beten.
  • Irgendwann muss es zu einer Entscheidung kommen. Die Person macht einen klaren Schritt hin zu Jesus. Dieser Schritt kann sorgfältig vorbereitet werden indem der begleitende Christ klar über die Notwendigkeit einer solchen Entscheidung spricht und auch die Konsequenzen erläutert. Dazu braucht es viel Weisheit, damit nicht zu früh eine unreife Entscheidung provoziert, sie aber auch nicht zu lange hinausgezögert wird. Auch wenn er sich äußerlich vielleicht noch nicht als Christ zu erkennen geben kann, hat er doch eine entscheidende Lebenswende und einen Religionswechsel vollzogen.
  • Nach einer Entscheidung für Jesus gilt es für den jungen Gläubigen, im Glauben zu wachsen und Anschluss an eine christliche Gemeinde oder einen Hauskreis zu finden. Zunächst wird der Konvertit seine Entscheidung kritisch auswerten. Viele Schwierigkeiten werden ihm begegnen, bis hin zum Ausschluss aus der Familie, Verfolgung oder Gefängnis. Dabei braucht die Person eine gute geistliche Begleitung. Jüngerschaftsschulung ist nötig, Wachstum im Verständnis und Leben als Christ. Leider machen viele Konvertiten nach ihrer Entscheidung schlechte Erfahrungen und kehren irgendwann dem neuen Glauben wieder den Rücken zu. Manche werden aus falschen Motiven Christ (z.B. Hoffnung auf Auswanderung oder Heirat eines christlichen Partners), andere schleichen sich als Agenten der Sicherheitskräfte in eine Gemeinde ein. Manche sind nicht bereit, die ernsten Konsequenzen ihrer Bekehrung zu tragen. Andere erleben in der christlichen Gemeinde nur Misstrauen und Ablehnung. So ist es wichtig zu erkennen, dass mit einer Entscheidung für Jesus „das Ziel“ noch nicht erreicht ist. Unsere Gebete sind weiter nötig...